Mein Purpose

Portrait Bild Daniela Hälg

Ich unterstütze Menschen auf Pionierwegen darin, ihren Purpose zu entdecken. Immer wieder komme ich deshalb natürlich in die Situation, dass Menschen mich fragen, was denn mit Purpose gemeint ist.


Ich kann dir Purpose unterschiedlich erklären: als Begriff, anhand eines Modells, als Prozess respektive wie man ihn findet oder wie man ihn als Kompass benutzen kann. Aber am einfachsten ist es anhand eines Beispiels. Ich nehme mein eigenes Beispiel, weil ich nicht diejenigen meiner Kund:innen veröffentlichen möchte (auch nicht anonymisiert - irgendwie kommt es mir komisch vor, wenn ich sie verändere).

Dazu muss ich aber etwas Weiteres vorausschicken: ein Purpose ist mega persönlich. Er hat mit dem zu tun, was du im Kern bist. Mit dem, was dir total viel bedeutet. Er hat ganz viel mit deiner Geschichte zu tun und deine Geschichte hat ganz viel mit ihm zu tun. Das ist gut so, aber es macht auch, dass sich die Sache verletzlich anfühlt.

Ich rate deshalb meinen Kund:innen und auch mir selbst, sich zu überlegen, ob es eine öffentliche Version ihres Purpose gibt und eine private. Die öffentliche kann kürzer sein oder einige angepasste Wörter beinhalten. Bei mir ist es so, dass ich von vier Teilen zwei öffentlich teile. Diese gehen so:

«Ich mache die Türe auf, damit andere sich selber sehen, ihren Purpose ‘ownen’ und Freude daran haben. Meine Mission ist es, so die Herzen und die Vorstellungskraft von Pionier:innen zu verändern. So verändert sich der Ursprung von Organisationen und damit die Welt.»


Nun sind das einfach drei Sätze. Das Magische daran ist, dass sie für mich ganz viel beinhalten, das mir zutiefst wichtig ist. Für mich schwingt noch ganz viel mit, das nicht in Worte gefasst ist und ganz viel Gefühl, das all dies in mir auslöst.

All das war auch schon da, bevor ich die Worte aufgeschrieben habe. Trotzdem verändert das Aufschreiben viel. Erstmal ist dem Aufschreiben ein Prozess vorausgegangen, in dem mir Vieles bewusst geworden ist und ich Ordnung in meinen Erfahrungen und Erinnerungen schaffen konnte.

Dann ist da eine Kraft, die entfesselt wird, wenn man etwas benennt. Ich bin fasziniert davon. Ich sehe es in der Arbeit mit meinen Kund:innen aber auch in der Zeitgeschichte. Was es auslösen kann, wenn jemand aufsteht, und benennt, was viele bewegt.

Es kommt eine Klarheit im Denken und damit auch eine Klarheit über die nächsten Schritte. Ein Kompass ist geboren.

Ich hatte immer die Herausforderung, dass mich so viel Verschiedenes interessiert hat. Das zeigte sich in vielen Projekten, an denen ich mitwirkte und Bücher, die ich lesen wollte. Die Zeit reichte nicht, mit Kindern schon gar nicht. Ich habe drum Abschied genommen von meinem Engagement für Slowfood-Projekte, für die solidarische Landwirtschaft, für Jugendaustausch und Vielem mehr. Ich unterstütze diese Engagements weiterhin ideell und teils finanziell (sie sind suuuuuperwichtig und unterstützungswürdig) und vielleicht kommt eine Zeit, in der ich mich wieder aktiver für sie engagieren werde. Aber für mich macht es mehr Sinn, mich ganz dort reinzugeben, wo mein Purpose liegt. Ich kann darauf vertrauen, dass wunderbare Menschen sich für die anderen Projekte engagieren, auf die ich nicht fokussieren kann.

Mein Kompass ist aber nicht nur ein Filter geworden, er hat mich auch dazu eingeladen, meine Arbeit als Facilitator von Teamprozessen beiseite zu legen und voll in etwas Neues einzutauchen: in die Purpose-Arbeit. Ich habe dabei enorm viel Neues gelernt und daraus ein neues Angebot kreiert.

Ein Purpose-Kompass kann also dabei helfen, gewisse Dinge nicht mehr zu tun, aber auch neue Dinge zu tun, die noch besser zu dir passen und die dem entsprechen, was in dir angelegt ist und es zu entdecken gilt.

Nun werfe ich den Ball zu dir:

Hat dir dieses Beispiel den Purpose-Begriff plastischer gemacht? Gibt es noch etwas, das du dich fragst? Schreibe mir gerne und ich antworte dir:

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Das ist doch viel zu arrogant!

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Einfach nur SEIN - wie geht das denn?